Die nachhaltige Kita (Whole Institution Approach)

Eine Kita lehrt Nachhaltigkeit nicht nur – sie lebt sie. Der Betrieb selbst wird zum informellen Lernort und Vorbild.

Dieses Modul steht bewusst nach den 17 Zielen. Nachdem die Teilnehmenden die Inhalte kennen, richten sie den Blick auf die eigene Einrichtung.

Worum es geht

Der Whole Institution Approach bedeutet: Nicht nur die pädagogischen Angebote, sondern die gesamte Einrichtung wird konsequent an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet – von der Beschaffung über die Verpflegung bis zur Raumgestaltung, getragen von Leitung, Team, Eltern und Kindern gemeinsam.

Die drei Prozessebenen einer nachhaltigen Kita

Führungsprozesse

  • Strategie- und Organisationsentwicklung: BNE ist im Leitbild und in der pädagogischen Konzeption verankert; eine klare Position zur Nachhaltigkeit ist allen bekannt; der Träger stellt Ressourcen bereit.
  • Beobachtung und Mitgestaltung des gesellschaftlichen Wandels: Die Einrichtung nimmt soziale und ökologische Veränderungen im Sozialraum wahr und leitet Konsequenzen ab.
  • Personalentwicklung: Das Team hat Zeit und Gelegenheit für gemeinsame Fort- und Weiterbildung zu BNE; Inhalte werden ausgewertet und übertragen.

Kernprozesse

  • Bildungsangebote: Kinder setzen sich forschend-entdeckend mit Nachhaltigkeitsthemen auseinander und erleben Selbstwirksamkeit.
  • Räumliche Gestaltung: Räume und Außengelände werden gemeinsam mit Kindern nachhaltig gestaltet; Materialien sind frei zugänglich und nachhaltig beschafft.
  • Erziehungspartnerschaft mit Eltern: Eltern werden informiert, beteiligt und in ihrer Eigeninitiative gestärkt.
  • Kooperation und Vernetzung im Sozialraum: Die Kita vernetzt sich mit Lernorten wie Biobauernhöfen, Eine-Welt-Zentren und Umweltbildungseinrichtungen.

Unterstützungsprozesse

  • Ressourcenmanagement, Bewirtschaftung und Beschaffung: Verpflegung und Beschaffung werden schrittweise nachhaltig ausgerichtet; vor jeder Neuanschaffung wird geprüft, ob sie nötig ist.

Interaktive Inhalte

  • Interaktive Grafik „Unsere Kita als System": Die drei Prozessebenen erkunden und je ein eigenes Beispiel zuordnen.
  • Szenario-Aufgabe: „Der Träger fragt nach einem ersten Nachhaltigkeitsschritt – wo fangen wir an?"

Multimediale Inhalte

  • Video-Porträt einer nachhaltig wirtschaftenden Kita (Verpflegung, Beschaffung, Außengelände).
  • Audio-Stimmen aus dem Team: Wie wir BNE im Alltag verankert haben.
Vom Projekt zur Struktur: Ein Team beginnt mit einem sichtbaren Schritt – z.B. der Umstellung auf regional-saisonale Verpflegung und einer einfachen Beschaffungs-Checkliste („Brauchen wir das? Geht es gebraucht/reparierbar/fair?"). Der Schritt wird dokumentiert, mit Eltern geteilt und nach einem Jahr gemeinsam ausgewertet.

Reflexion

  • Welchen ersten Schritt können wir ohne große Hürden in den nächsten drei Monaten gehen?
  • Wo bin ich persönlich schon Vorbild – und wo nicht?
  • Wer im Team und im Sozialraum kann uns dabei unterstützen?

Selbstcheck: Wie nachhaltig ist unsere Einrichtung schon?

Als Reflexionsinstrument für Team-Tage gedacht. Skala je Aussage: trifft zu / teils / trifft nicht zu / unklar. Ziel ist nicht Bewertung, sondern das Erkennen nächster sinnvoller Schritte. Klicke auf eine Aussage, um sie abzuhaken.

Führung & Strategie

  • Bei uns wissen Träger, Leitung und Team, was BNE konkret bedeutet.
  • BNE ist in unserem Leitbild bzw. unserer Konzeption schriftlich verankert.
  • Wir reflektieren mindestens einmal jährlich unsere Angebote und Abläufe unter BNE-Gesichtspunkten.

Personal & Team

  • Das Team hat verlässlich Zeit für gemeinsame Fortbildung zu BNE.
  • Wir leben unsere Vorbildfunktion bewusst und reflektieren unser eigenes Handeln.

Pädagogik & Partizipation

  • Kinder können sich forschend und eigeninitiativ mit Nachhaltigkeitsthemen befassen.
  • Kinder bestimmen real mit; es gibt ein funktionierendes Beschwerde-/Beteiligungsverfahren für Kinder.

Räume & Material

  • Bei Ausstattung und Material achten wir auf Nachhaltigkeitskriterien.
  • Räume und Außengelände gestalten wir gemeinsam mit den Kindern.

Eltern & Sozialraum

  • Eltern sind über unsere BNE-Arbeit informiert und werden beteiligt.
  • Wir sind mit BNE-Akteuren in unserem Sozialraum vernetzt.

Bewirtschaftung & Beschaffung

  • Verpflegung und Beschaffung richten wir schrittweise nachhaltig aus.
  • Vor jeder Neuanschaffung prüfen wir, ob sie wirklich nötig ist.
Auswertung: Welche drei Aussagen treffen am wenigsten zu? Genau dort liegt der nächste konkrete Schritt – klein, sichtbar und gemeinsam umsetzbar.